Einsatz von GOAT in der Planungspraxis

Das Erreichbarkeitsinstrument GOAT hat sich in diesem Jahr im Rahmen der Forschungsinitiative mFund kontinuierlich weiterentwickelt. Unser Hauptziel in diesem Projekt ist es, GOAT zu einem herausragenden Werkzeug zu machen, um StadtplanerInnen und EntscheidungsträgerInnen bei der Planung einer aktiveren Mobilität zu helfen. Das Projekt begann mit einem intensiven Entwicklungsprozess. Darauf folgte eine Reihe von Testzyklen in der Kommune Fürstenfeldbruck. Nach diesen Testzyklen wurden drei Planungsworkshops in Fürstenfeldbruck, Freising und München (TUM intern) organisiert. Des Weiteren wird es im Oktober dieses Jahres zwei weitere Workshop in München geben, wo eine Vielzahl von Anwendenden teilnehmen werden und einen letzten, abschließenden Syntheseworkshop mit PartnerInnen aus allen Kommunen.

Wir sind den teilnehmenden StadtplanerInnen, VerkehrsplanerInnen, ArchitektInnen und PolitikerInnen sehr dankbar, denn sie haben mit ihrem wertvollen Feedback erheblich zur Entwicklung von GOAT beigetragen. Alle drei Planungsworkshops hatten eine Dauer von drei Stunden und verliefen nach einer ähnlichen Agenda. Zunächst wurde den Teilnehmenden das Planungswerkzeug GOAT vorgestellt. So konnten sie sich bereits mit den Hauptfunktionen des Tools vertraut machen. Das Projektteam präsentierte anschließend aktuelle Planungsfragen, die bereits im Vorfeld in Absprache mit den lokalen StadtplanerInnen, für den jeweiligen Kontext vorbereitet wurden. Darauf folgend bildeten die Teilnehmenden, auf Basis der jeweiligen Interessen, kleine Gruppen und arbeiteten gemeinsam an den Planungsfragen. Eine besondere Herausforderung stellte die COVID-19-Situation dar, potenzielle Risiken wurden durch das Einhalten der Abstandregeln und das Tragen von Masken minimiert.

Präsentation der bearbeiteten Planungsfragen

Die Planungsfragen basierten auf realen Planungsfragenaus jeder einzelnen Kommune. Unter anderem wurden diese diskutiert:

  • Neue Entwicklungsgebiete: Entwicklung von Szenarien für neue Wohngebiete mit lokaler Nahversorgung (z.B. Kindergarten, Supermarkt) und neuen Wegverbindungen
  • Neue Fußgänger- und Fahrradbrücken: Entwicklung von Szenarien für neue Brücken und Vergleich der Erreichbarkeitsveränderungen an verschiedenen Standorten
  • Barrierefreier Umbau einer Fußgängerbrücke: Entwicklung von Szenarien für den barrierefreien Umbau einer Fußgängerbrücke und ihre Auswirkungen auf die Barrierefreiheit für RollstuhlfahrerInnen
  • Standortplanung für Nahversorgung (z.B. Supermarkt) und Mobilitätsdienstleistungen (z.B. Bikesharing- und Mobilitätsstationen): Vergleichen verschiedener Standorte durch Erreichbarkeitsanalysen mit Heatmaps und Multi-Isochronen

Die folgende Abbildung zeigt die Ergebnisse einer beispielhaften Planungsfrage. Dabei ging es um die Auswirkungen einer Verdichtung auf eine ländliche Gemeinschaft in Bezug auf die Erreichbarkeit und stellt dadurch eine typische Herausforderung in der Stadt- und Verkehrsplanung dar.

Bearbeitung einer exemplarischen Planungsfrage

Bei der Bearbeitung der Planungsfragen und während der Feedbackrunde hatten die Teilnehmenden viele Verbesserungsvorschläge. Einige ausgewählte Beispiele sind:

  • Integration zusätzlicher Daten (Fluglärmkarte, Grünflächen)
  • Einfügen einer Größenbeschriftung beim Zeichnen neuer Gebäude
  • Ermöglichen der Bezeichnung von Szenarien sowie die Möglichkeit verschiedene Szenarien ein- und auszuschalten
  • Verbessern der Import- und Exportfunktionalität von Szenarien
  • Bereitstellen der Option zum Ändern der Attribute bereits vorhandener Straßen
  • Ermöglichen der Modellierung des Einflusses von Baustellen (z.B. vorübergehende Straßensperrungen) auf die Erreichbarkeit
  • Ermöglichen die Heatmap zu exportieren
  • Den Vergleich von Isochronen unterschiedlicher Modi zu vereinfachen

Die Vorschläge wurden sorgfältig dokumentiert. Diese werden, wann immer möglich, im weiteren Entwicklungsprozess umgesetzt. Einige der Funktionen befinden sich sogar bereits in Entwicklung und werden in Kürze veröffentlicht (siehe unsere Github-Seite). Im Anschluss an die Planungsworkshops wird ein abschließender Syntheseworkshop mit Teilnehmenden aus allen Gemeinden sowie weiteren Experten stattfinden. Dieser letzte Workshop im Rahmen des mFund-Projekts wird genutzt, um weiteres Feedback zur Benutzererfahrung zu erhalten. Daraus werden weitere Schlussfolgerungen für den zukünftigen Entwicklungspfad von GOAT abgeleitet.

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